Wie in den ganzen tollen Hotels, wurden uns auch auf der MS Traviata Figuren aus den Handtüchern gezaubert und auf die Betten gestellt. Unten ist eine kleine Collage zu sehen. Ganz toll finde ich ja die fernsehende Figur!

Hier nun also der Tempel von
Abu Simbel (Sonntag - 3. Besichtigungstag). Dazu mussten wir bereits um halb 5 aufstehen, da es von Assuan (sind in der Nacht von Kom Ombo nach Assuan gefahren) noch rund 3 Stunden Fahrt durch die Wüste zum Tempel sind.
Die Anlage besteht eigentlich aus zwei Tempeln, die in den Felsen geschlagen sind. Die beiden Tempel befinden sich am Nassersee, wurden jedoch bereits umgesetzt da der Bau des Assuan Staudammes die Tempel sonst überflutet hätte. Ägypten bekam für die Verlegung des Tempels internationale Hilfe von Europäischen Länder als auch der USA. Interessant zu wissen, ist, dass man trotzdem einige kleinere Tempel einfach überflutet hat. Diese Tempel wurden einfach nicht für wertvoll genug empfunden. Finde ich schon heftig - immerhin ist das Weltkulturgut das 3300 Jahre alt war... Dort unten hat man halt kein Geld dafür - nur bei uns in Europa wird jeder Pfurz ausgegraben und als toll verkauft auch wenn er nur gerade mal 100 Jahre alt. Aber gut...
Die Tempel wurden zu Ehren von Ramses II aus der 19. Dynastie gebaut bzw. der kleinere zu Ehren dessen Frau Nefertari. In den Tempeln hat der Pharao Kontakt zu den Göttern aufgenommen. Alle 4 Figuren zeigen Ramses. Kleine Figuren daneben zeigen die Tochter des Pharaos. Der Pharao hat durch die Schaffung dieses Tempels zeigen wollen, dass er mit den Göttern auf einer Stufe steht.
Im Tempelinneren sieht man u.a. Abbildungen von der Schlacht in Kadesch zwischen den Truppen des Pharaos und den Hethitern. Beide Seiten feierten damals einen Sieg nach dieser Schlacht. Der Pharao behauptete damals mit einer Hand 1000 Soldaten selbst getötet zu haben --> AHA!? Es wurde danach jedoch ein Friedensvertrag abgeschlossen - was eigentlich auf den Verlust der Schlacht durch die Ägypter hindeutet. Dieser Friedensvertrag gilt als der älteste Friedensvertrag der Welt! Auszüge davon hängen im UNO Gebäude in New York.

Auf der Retourfahrt hab ich noch eine
Fata Morgana fotografiert (siehe unten). Das Wasser, das ihr hier am Boden seht, gibt es also gar nicht!

Am Nachmittag haben wir eine Fahrt mit der Feluke, einem kleinen Segelboot am Nil, gemacht.

Foto von einer Feluke vor einer Moschee.

Sonneeeee. In Luxor und Assuan hatte es um die 30°C. In Kairo dann "nur noch" 25°C.

Unser nubischer "Kapitän" führt uns einen kleinen Tanz vor. Nubier sind ja dieses schwarze, eher ärmere Volk, das u.a. wegen des Baus des Assuan Staudamms umgesiedelt werden musste. Lebt heute in Südägypten sowie im Sudan.

Nach der Felukenfahrt ging es zum
Basar (arabisch Suk). Hier sieht man schon ein paar Felle, die zu verkaufen sind. Noch ganz "frisch" abgezogen... Riecht nicht so besonders.

Am Basar machten wir halt in einem typischen Café. Es gab Malventee (Hibiskus), Schwarzee mit oder ohne Pfefferminz und natürlich Kaffee. Der selbst gemachte Kaffee war dabei mit Ingwer und Muskat versetzt - das stelle selbst ich mir als nicht Kaffee-Trinkerin lecker vor.

Da gab es auch ein Kroki anzufassen (s.u.). Natürlich wurden wir hier überall angebettelt. Für ein Foto mit dem Kroki wollten sie 1 USD bzw. 1 Euro. Schon beim Aussteigen aus dem Bus wurden wir jedes Mal von Verkäufern belagert. Richtig anstrengend. Dafür waren sie aber sehr freundlich wenn man z.B. etwas vergessen hatte (dann wurde es nachgebracht). Taschendiebstahl ist dort gar kein Thema - wirklich angenehm!!! Wir galten dort überhaupt als exotisch weshalb sich die Araber öfters mit uns fotografieren ließen und mit dem Finger auf uns gezeigt haben oder auch wollten, dass man ihnen zuwinkt. Sehr witzig...

Am Schiff gab es dann eine Vorführung einer Bauchtänzerin. Antonia & ich wurden dabei natürlich aus dem Publikum geholt um mit zu tanzen. Ich hab das genau gar nicht geschafft nachzumachen... Das ist echt schwer. Das ganze wurde leider noch dazu im Videoformat aufgenommen - sehr gemein!!!

Ein
Derwisch. Der hat sich soooo lange gedreht: Ein Wahnsinn!!!

Am 4. Tag ging es vor dem Flug nach Kairo noch zum Philae Tempel, dem letzten besuchten Tempel der Reise. Der Tempel wurde wegen des Staudamms ebenfalls versetzt. Der Hauptteil des Tempels wurde der Göttin Isis gewidmet. Heftig war, dass hier bereits die Kopten stark gewütet haben und den Tempel ordentlich gebrandmarkt haben. So wurden viele Gesichter bzw. Figuren abgemeißelt oder einfach Kreuze in den Tempel dazu gemeißelt.
Das wurde zu der Zeit gemacht als das Christentum im Römischen Reich bereits erlaubt war (300 n.Christus). Kurz zur Geschichte: Nach den Pharaonen (bis 1000 v. Christus) kamen andere Völkchen, die die Ägypter immer wieder unterworfen haben, dann kam Alexander der Große, dann die Ptolomäeer (unter Kleopatra VII.) und schlussendlich die Römer.
Der Isis Tempel liegt jedenfalls ganz hübsch am Wasser des Stausees.


Im Papyrusmuseum wurde uns gezeigt wie Papyrus hergestellt wird.

Dann ging es weiter zum
Assuan-Staudamm. Von dem ich jetzt schon viel erzählt habe. Dieser staut den Nil in Assuan zum Nasser-Stausee bis in den Sudan auf. Unter Präsident Nasser wurde der Staudamm mit Hilfe der Russen damals gebaut (etwa 1960-1970). Zuerst wollten ihn die USA finanzieren, aber nachdem Ägypten China anerkannt hatte, haben sich die Russen eingemischt.
Der Staudamm hat natürlich seine Vor- und Nachteile:
Vorteile: Regulierter Nilstand, womit statt 1x jetzt 3x im Jahr geerntet werden kann. Zudem hat man dadurch 30% mehr Ackerfläche erhalten und die Stromversorgung durch das Kraftwerk verbessert.
Nachteile: Nilschlamm bleibt in Assuan hängen womit es zwischen Assuan & Kairo kaum mehr Fischis gibt und es in der Landwirtschaft auch zu Problemen kommt. Krokodile gibt es natürlich auch nur bis Assuan. Viele Kulturgüter mussten umgesetzt werden bzw. wurden einfach überschwemmt...
Naja, die Russen haben dort auch gleich ein fettes Denkmal hingebaut. Dafür hatten sie Geld, für den Bau einer Schleuse aber nicht... Sehr toll!

Ich muss dazu sagen, dass unsere Staudämme in Österreich da teils wirklich beeindruckender sind. Z.B. eben der von uns in Malta besuchte.
Ägypten produziert jedoch sehr viel Strom, sie haben zwar kein sicheres Stromnetz, aber dafür viel zu Verfügung. U.a. hat Ägypten sogar ein kleines AKW.
Am 5. Tag (Di) wurden in Kairo die Hauptattraktionen besichtigt: Die
Pyramiden von Gizeh (Betonung auf das "i") - eines der 7 Weltwunder der Antike - und die
Sphinx, sowie die Stufenpyramide. Dazu sind wir auch wieder bissi früher aufgestanden weil unser lieber Laurenz unbedingt in die Cheops Pyramide (die größte, s.u.) krabbeln wollte. Davon gibt es pro Tag nur 100 Tickets.

Wir sind natürlich da rein gekrabbelt, war ziemlich eng und stickig und niedrig. Also nix für Leute mit Klaustrophobie.
Hier unten sieht man also die 3 Pyramiden: Die große Cheops Pyramide, die Chephren Pyramide und die von Mykerinos. Lustig ist, dass die Pyramide von Chephren (Sohn von Cheops) zwar eigentlich kleiner ist aber höher liegt und somit größer aussieht als die von dessen Vater.
Die Pyramiden wurden etwa 2600-2500 v. Christus gebaut. Sie sind genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet sodass der Eingang immer zur Nordseite zeigt. Total beeindruckend, dass die ohne Kompass, dass 100%ig genau ausrichten haben können!!! Wahnsinn!!! Die Pyramide ist innen so verschachtelt, dass man sich immer noch nicht sicher ist ob man tatsächlich schon alles gefunden hat...
Der Anfang vom Gang der Cheops Pyramide ist noch der, den die Grabräuber gegraben haben. Der Rest ist schon von den offiziellen Grabungen.


Die Studiosus Reisegruppe minus Frau Lex.

Unterhalb der Pyramiden steht die große Sphinx von Gizeh. Der Körper ist der eines Löwen und der Kopf der eines Menschen. Angeblich soll die Sphinx die Pyramiden bewachen. Wie alle wissen, fehlt ihr die Nase. Diese wurde nicht - wie vermutet wurde - von Soldaten Napoleons abgeschossen. Aber irgendwie auch beeindruckend zu wissen, dass man hier auf über 4000 Jahre Geschichte schaut und dabei auch noch in den Fußstapfen von z.B. Napoleon steht. Für mich ein sehr denkwürdiger Ort.

Die Dimensionen sind hier im nächsten Bild ganz nett zu sehen: Laurenz vor der Sphinx bzw. eigentlich dem Sphinx.
Noch etwas interessantes: Den Bart der Sphinx haben die Briten in England, der wäre aber notwendig, damit der Kopf der Sphinx besser gestützt wird (hier haben sie Angst, dass er bald abfällt). Naja, Ägypten hat den Bart zurück gefordert damit sie ihn ankleben können. Aber die Briten wollten ihn den Ägyptern nur leihen, damit konnten sie aber nix anfangen - weil sie wollten ihn ja für immer als fixe Stütze verwenden...

So, das war mal Teil II. Mal schauen, wann ich zu Teil III komme ;-)