18. November 2011

Poznan Ministerkonferenz

Ich bin heute von der Ministerkonferenz in Poznan (Polen) zurück gekommen. Wir (Ich, ein weiterer Österreicher & 2 Schweden) haben dort unser epSOS Projekt präsentiert. Es war alles sehr interessant und auch anstrengend, aber ich denke es hat sich gelohnt - da sich sehr viele Leute über das Projekt erkundigt haben. Darunter auch hochrangige Politiker.

Die Anreise war spektakulär. Der Nebel hat zu ordentlichen Flug-Verspätungen in Wien geführt. Ich hatte einen Anschlussflug in München und mit dem wurde es sehr knapp. Noch dazu: Ich bin mit dem Kollegen beim Starbucks gesessen und wir wurden vom Bombenentschärfungsteam weggeschickt wegen eines Bombenalarms (wenn's einmal schlecht läuft, dann gleich ganz :D). Also sind wir in die Goldcard Lounge gegangen. Dort wurden wir dann nach 15 Min wieder aufgerufen weil wir angeblich die letzten Passagiere für den Flug wären - dem war dann aber nicht so... Egal, to make a long story short: Wir haben den Anschlussflug noch bekommen. Aber nur weil dieser auch eine Verspätung hatte!

In Poznan ging es dann zuerst ins Exhibition Center um alles aufzubauen und die Demo zu starten. Das Poznan Messegelände ist übrigens riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiesig! Wahrscheinlich 2-3x so groß wie das in Wien. Echt heftig dafür, dass die Stadt nur eine halbe Million Einwohner hat. Dort waren wir so um halb 9 fertig und dann hat mich Dorota (meine polnische Freundin) im Hotel empfangen. Die ist einfach spontan mit dem Zug nach Poznan gefahren als sie hörte, dass ich nach Poznan komme. Sie wohnt in Warschau, 3 Stunden mit dem Zug entfernt.

Wir waren wir am Abend gemeinsam essen und etwas Trinken. Hier der Countdown bis zur Fußball-EM 2012 (in Polen & Ukraine).

Dorota am Hauptplatz. Die Innenstadt Poznans ist übrigens super hübsch. Viele alte kleine schmucke Häuschen! Leider hatte ich nur den BB zum Fotografieren mit.

Nächster Tag: Die Kommissarin für Digitale Agenda, Neelie Kroes, besucht den LSP (Large-Scale Pilot, davon gibt es 5 und eines ist unser Projekt)-Stand. Die Europäische Kommission hat sich diesmal mit Werbeideen ganz schön ins Zeug geworfen. Der Turm im Bild unten besteht eigentlich aus Sitzsesseln von jedem Projekt...

Es gab auch große Lego-Steine (s.u.) - 5 pro Projekt. Der weiße Stein ist von epSOS. Das soll die Verbundenheit der Projekte symbolisieren und dass jedes Projekt ein Teil vom "Single Market" Gesamtbild ist. Es war auch ein Magier da, der hat zu dem Thema etwas vorgeführt. Der hatte echt arge Tricks drauf. Zum Beispiel hat er 2 Mädls je 10 Karten ziehen und in ihren BH verstecken lassen. Dann hat er geschnippt und so getan als ob er 3 Karten von dem BH der einen Dame in den der anderen wirft. Die haben die Karten dann raus geholt und es waren dann tatsächlich 7 bei der einen und 13 bei der anderen. Er hat aber nie eine von den 2 Damen berührt. Ein anderes Mal hat er die Kommissarin um ihren Ring gebeten und ihn verschwinden lassen. Aufgetaucht ist er dann HÄNGEND auf seinem Schlüsselbund. Noch ein Kartentrick war, dass er jemanden eine Karte hat ziehen lassen. Die wurde von dem Herren, der sie zog, mit irgendeinem Zeichen beschmiert. Dann hat der Magier die Karte gebogen und in die Mitte vom Stapel gesteckt. Das heißt man hat die Karte gut erkannt. Beim nächsten Schnippen war die Karte plötzlich ganz oben - und zwar echt die mit dem Zeichen bemalte.. Der war super der Zauberer.

Da lauscht Neelie gerade den Erzählungen über unser Projekt...

Tobias führt einem Gast den Demonstrator vor.

Donnerstag waren wir von 8:00-19:00 auf der Messe. Danach noch etwas Essen und noch in einer Bar. Viel ausgeruht hab ich mich nicht :-)

Meine letzten Zloty-Münzen hab ich natürlich für etwas sinnvolles ausgegeben. Nein, nicht für Wodka. Obwohl es schon coole Versionen gab (hier ein Grapefruit-Wodka, etwas für mein Hasi).

...nein, hierfür hab' ich meine letzten Münzen ausgegeben: Die Rettung der Erdmännchen bzw. Murmeltiere in Polen :D :D :D


So, ich geh jetzt schlafen. Bin voll kaputt!!!

14. November 2011

Ägyptenurlaub Teil III - Kairo

Letzter Teil des Reiseberichts über Ägypten. Im unteren Bild ist ein Teil eines Nil-Armes abgebildet. Wie man sieht, ist es den Ägyptern ziemlich egal wie es aussieht und wo ihr Mist landet. Echt erschreckend was da so drinnen schwimmt. U.a. schwimmen tote Tiere wie Pferde oder Esel in dem Gewässer. Und dann steht nur einige Meter weiter ein Fischermann und angelt darin. Pfui pfui pfui... Dadurch gab es früher viele Probleme mit der Bilharziose-Krankheit. Bei dieser treten beim Kontakt mit dem verunreinigtem Wasser kleine Würmchen durch die Haut in den Körper des Menschen ein. Diese vermehren sich dann in der Leber und wandern weiter in andere Gefäße... Mittlerweile hat eine große Pharma-Firma ein Medikament (Tablettenform) dagegen entwickelt. Jetzt ist das kein Problem mehr in der Gegend.

Also zu etwas appetitlicherem: Wir waren zu Mittag in einem wunderschönem Garten, wo es Mixed-Grill, viele Vorspeisen und vor allem tolles selbst gemachtes Fladenbrot gab (s.u.).

Hier werden Mitbringsel mit Sand gestaltet. Das schaut dann echt hübsch aus!

Danach ging es zur Stufenpyramide in Sakkara. Dort war der stufenlose Übergang zwischen Wüste und Grünfläche gut zu erkennen. Hier also mal ein Foto von der einen Seite...

...und hier das Foto von der anderen Seite! Schön klischeehaft mit dem Esel in der Wüste.

Die Stufenpyramide von Djoser nach Vorbild des Mastaba (arabisch für Bank, wurde dann aber übernommen für eine Grabform). Nicht unweit davon steht der erste Versuch eine Pyramide für Pharao Djoser (ca. 2600 v Christus) zu bauen. Diese hat ihm aber angeblich nicht gefallen. Weil sie hat gerade begonnen (wie ein Gebäude halt) und ist dann spitz nach oben gegangen. War also quasi eine Pyramide mit Sockel. In diesen Pyramiden sind keine Gräber zu finden.

Laurenz betet den Sonnengott an...

Am letzten Tag vor dem Abflugstag, also am Mittwoch, stand zuerst ein Besuch im Ägyptischen Museum am Programm. Zum Glück für euch, durfte man darin keine Fotos machen. Zu sehen waren aber viele tolle Schätze. Vor allem aus der Grabkammer Tutanchamuns inklusive der bekannten Totenmaske. Wirklich sehr detailgenau und auch von der Idee toll. Zum Beispiel wurden dem Pharao viele kleine Figuren mit ins Grab gelegt, die seine Arbeiter darstellen sollten. Damit hat er im Leben nach dem Tod auch noch seine Untergebenen bei sich. Generell war das Nachleben für die Ägypter wichtiger als das tatsächliche Leben. Was aber nicht heißt, dass sie es nicht genossen haben. Im Gegenteil, es gab ja viele Feste, etc.

Neben dem Museum ist der Sitz der Nationaldemokratischen Partei, von der Mubarak der Parteivorsitzende war. Schön unten zu sehen - oder zumindest das, was noch davon übrig ist. Nachdem Rücktritt Mubaraks am 11.02 war das angeblich das erste Gebäude, das in Brand gesteckt wurde. Befindet sich am Tahrir-Platz.

Zwischendurch die kleine Marken-Collage. Es gab McDonald's in Ägypten (sogar in Assuan) und Cola (siehe unten wie das auf arabisch aussieht). Und KFC hat dort sogar einen Lieferservice... Nicht übel.

Nach dem Museum in Kairo ging es auf den Basar, wo zuerst mal ein Happen gegessen wurde.

Lecker Fladenbrot gefüllt mit Falafel.

Hier die Sicht auf den Basar vom Bus aus. Ja, da ist tatsächlich der Bus durchgefahren.

Dann ging es in die Alabastermoschee.

Heißt Schuhe aus und Onkel Adel beim Erzählen über den Islam zuhören. Mir war ja nicht so klar woran die Moslems glauben und wie das so gehandhabt wird. Für alle, denen es so geht wie es mir ging, hier kurz eine Info: Die Moslems glauben an alle Propheten (Gesandter Gottes, die das Wort dessen verbreiten) Gottes also inklusive Jesus. Mohammed war der Letzte, der auch den Koran verfasst hat. Es wird alles herangezogen, also auch das Alte & Neue Testament. Im Gegensatz zum christlichen Glauben kann man unter Allah auch unseren Gott verstehen (wir verstehen ja nicht unter Gott auch Allah).

Außerdem basiert der Glaube auf 5 Säulen, die ein Moslem zu erfüllen hat (ähnlich unseren 10 Geboten):

  1. Das Glaubensbekenntnis (sagt schon alles)
  2. 5x täglich ist für 5 Minuten zu beten. Wenn man einen Job hat, kann das ganze z.B. auch auf den Abend verschoben werden! Zu diesen 5 Gebeten ruft der Muezzin auf.
  3. Ab 2,5% deines Jahresgewinnes (also das Ersparte, Autokauf etc. ist da wegzurechnen) sollst du an Arme weiter geben. Wobei diese Spende zuerst an Arme in der eigenen Familie (dann Nachbarn, etc.) zu entrichten ist.
  4. Ramadan: Einhaltung des Fastenmonats. Kommt daher weil es eben früher im Hochsommer weniger zu Essen gab und man deswegen sparsamer damit umgehen sollte...
  5. Einmal im Leben des Moslems ist eine Pilgerreise zur Hadsch in Mekka (Geburtsort von Mohammed) Pflicht.

Ist alles eigentlich wirklich logisch!!! Echt schade, dass bei uns ja ein anderes Bild der Moslems vorherrscht - also hauptsächlich das der Islamisten.


Blick auf Cairo. Das dünne Gebäude im Hintergrund ist der Cairo Tower.

Blick auf den Tahrir Platz. Seit dem Abdanken von Mubarak geht es auf dem Platz ordentlich zu. Jeder macht dort was er will. Die Leute essen, grillen, schlafen, spielen, etc. dort.


Zum Schluss noch etwas ganz anderes, das ich bei "Was gibt's Neues" gesehen hab. Der Cingino-Staudamm ist relativ bekannt. Wieso? Man schaue sich das Foto unten des Daily Mail an. Mitten in der steilen Wand sind nämlich Steinböcke unterwegs, die nach den salzigen Gräsern suchen. Voll beeindruckend.

Fazit: Die Ägypten Reise war sehr lehrreich und bildend - kein Wunder, da wir eine Studiosus-Reise gebucht hatten. Das Wetter war super und vom Essen bin ich total begeistert. Die Leute sind auch super freundlich, wenn auch tw. aufdringlich. Schockiert war ich von der Lebensweise (besonders) am Land. Hier lebt man echt noch wie bei uns im letzten Jahrhundert (oder schlimmer). Die Jobvielfalt ist auch nicht so riesig. Mir kam es so vor als ob die entweder in der Tourismusbranche arbeiten oder Bauern sind. Und dass die echt so weit hinten sind, obwohl die alten Ägypter schon tolle Ideen hatten (unser Kalender basiert auf dem der Äygpter, der Friedensvertrag, das Nilometer, etc.) und so innovativ waren - ist wirklich schlimm... Ich kann nur hoffen, dass Ägypten bald aufholt und vlt. etwas findet worin sie gut sind (eine Idee unseres Reiseführers war z.B. der Export von Energie/Strom). Ansonsten kann ich nur sagen, dass wohl jede/jeder einmal gesehen haben sollte wo oder wie es mit unserer Zivilisation begonnen hat... Vielen lieben Dank auch nochmals an meine Schwierger-Mami in spe (die leider die Rache des Pharaos erwischt hat).

13. November 2011

Ägyptenurlaub Teil II - Nilkreuzfahrt & Kairo

Wie in den ganzen tollen Hotels, wurden uns auch auf der MS Traviata Figuren aus den Handtüchern gezaubert und auf die Betten gestellt. Unten ist eine kleine Collage zu sehen. Ganz toll finde ich ja die fernsehende Figur!


Hier nun also der Tempel von Abu Simbel (Sonntag - 3. Besichtigungstag). Dazu mussten wir bereits um halb 5 aufstehen, da es von Assuan (sind in der Nacht von Kom Ombo nach Assuan gefahren) noch rund 3 Stunden Fahrt durch die Wüste zum Tempel sind.

Die Anlage besteht eigentlich aus zwei Tempeln, die in den Felsen geschlagen sind. Die beiden Tempel befinden sich am Nassersee, wurden jedoch bereits umgesetzt da der Bau des Assuan Staudammes die Tempel sonst überflutet hätte. Ägypten bekam für die Verlegung des Tempels internationale Hilfe von Europäischen Länder als auch der USA. Interessant zu wissen, ist, dass man trotzdem einige kleinere Tempel einfach überflutet hat. Diese Tempel wurden einfach nicht für wertvoll genug empfunden. Finde ich schon heftig - immerhin ist das Weltkulturgut das 3300 Jahre alt war... Dort unten hat man halt kein Geld dafür - nur bei uns in Europa wird jeder Pfurz ausgegraben und als toll verkauft auch wenn er nur gerade mal 100 Jahre alt. Aber gut...

Die Tempel wurden zu Ehren von Ramses II aus der 19. Dynastie gebaut bzw. der kleinere zu Ehren dessen Frau Nefertari. In den Tempeln hat der Pharao Kontakt zu den Göttern aufgenommen. Alle 4 Figuren zeigen Ramses. Kleine Figuren daneben zeigen die Tochter des Pharaos. Der Pharao hat durch die Schaffung dieses Tempels zeigen wollen, dass er mit den Göttern auf einer Stufe steht.

Im Tempelinneren sieht man u.a. Abbildungen von der Schlacht in Kadesch zwischen den Truppen des Pharaos und den Hethitern. Beide Seiten feierten damals einen Sieg nach dieser Schlacht. Der Pharao behauptete damals mit einer Hand 1000 Soldaten selbst getötet zu haben --> AHA!? Es wurde danach jedoch ein Friedensvertrag abgeschlossen - was eigentlich auf den Verlust der Schlacht durch die Ägypter hindeutet. Dieser Friedensvertrag gilt als der älteste Friedensvertrag der Welt! Auszüge davon hängen im UNO Gebäude in New York.

Auf der Retourfahrt hab ich noch eine Fata Morgana fotografiert (siehe unten). Das Wasser, das ihr hier am Boden seht, gibt es also gar nicht!

Am Nachmittag haben wir eine Fahrt mit der Feluke, einem kleinen Segelboot am Nil, gemacht.

Foto von einer Feluke vor einer Moschee.

Sonneeeee. In Luxor und Assuan hatte es um die 30°C. In Kairo dann "nur noch" 25°C.

Unser nubischer "Kapitän" führt uns einen kleinen Tanz vor. Nubier sind ja dieses schwarze, eher ärmere Volk, das u.a. wegen des Baus des Assuan Staudamms umgesiedelt werden musste. Lebt heute in Südägypten sowie im Sudan.

Nach der Felukenfahrt ging es zum Basar (arabisch Suk). Hier sieht man schon ein paar Felle, die zu verkaufen sind. Noch ganz "frisch" abgezogen... Riecht nicht so besonders.

Am Basar machten wir halt in einem typischen Café. Es gab Malventee (Hibiskus), Schwarzee mit oder ohne Pfefferminz und natürlich Kaffee. Der selbst gemachte Kaffee war dabei mit Ingwer und Muskat versetzt - das stelle selbst ich mir als nicht Kaffee-Trinkerin lecker vor.

Da gab es auch ein Kroki anzufassen (s.u.). Natürlich wurden wir hier überall angebettelt. Für ein Foto mit dem Kroki wollten sie 1 USD bzw. 1 Euro. Schon beim Aussteigen aus dem Bus wurden wir jedes Mal von Verkäufern belagert. Richtig anstrengend. Dafür waren sie aber sehr freundlich wenn man z.B. etwas vergessen hatte (dann wurde es nachgebracht). Taschendiebstahl ist dort gar kein Thema - wirklich angenehm!!! Wir galten dort überhaupt als exotisch weshalb sich die Araber öfters mit uns fotografieren ließen und mit dem Finger auf uns gezeigt haben oder auch wollten, dass man ihnen zuwinkt. Sehr witzig...

Am Schiff gab es dann eine Vorführung einer Bauchtänzerin. Antonia & ich wurden dabei natürlich aus dem Publikum geholt um mit zu tanzen. Ich hab das genau gar nicht geschafft nachzumachen... Das ist echt schwer. Das ganze wurde leider noch dazu im Videoformat aufgenommen - sehr gemein!!!

Ein Derwisch. Der hat sich soooo lange gedreht: Ein Wahnsinn!!!

Am 4. Tag ging es vor dem Flug nach Kairo noch zum Philae Tempel, dem letzten besuchten Tempel der Reise. Der Tempel wurde wegen des Staudamms ebenfalls versetzt. Der Hauptteil des Tempels wurde der Göttin Isis gewidmet. Heftig war, dass hier bereits die Kopten stark gewütet haben und den Tempel ordentlich gebrandmarkt haben. So wurden viele Gesichter bzw. Figuren abgemeißelt oder einfach Kreuze in den Tempel dazu gemeißelt.

Das wurde zu der Zeit gemacht als das Christentum im Römischen Reich bereits erlaubt war (300 n.Christus). Kurz zur Geschichte: Nach den Pharaonen (bis 1000 v. Christus) kamen andere Völkchen, die die Ägypter immer wieder unterworfen haben, dann kam Alexander der Große, dann die Ptolomäeer (unter Kleopatra VII.) und schlussendlich die Römer.

Der Isis Tempel liegt jedenfalls ganz hübsch am Wasser des Stausees.


Im Papyrusmuseum wurde uns gezeigt wie Papyrus hergestellt wird.

Dann ging es weiter zum Assuan-Staudamm. Von dem ich jetzt schon viel erzählt habe. Dieser staut den Nil in Assuan zum Nasser-Stausee bis in den Sudan auf. Unter Präsident Nasser wurde der Staudamm mit Hilfe der Russen damals gebaut (etwa 1960-1970). Zuerst wollten ihn die USA finanzieren, aber nachdem Ägypten China anerkannt hatte, haben sich die Russen eingemischt.

Der Staudamm hat natürlich seine Vor- und Nachteile:

Vorteile: Regulierter Nilstand, womit statt 1x jetzt 3x im Jahr geerntet werden kann. Zudem hat man dadurch 30% mehr Ackerfläche erhalten und die Stromversorgung durch das Kraftwerk verbessert.

Nachteile: Nilschlamm bleibt in Assuan hängen womit es zwischen Assuan & Kairo kaum mehr Fischis gibt und es in der Landwirtschaft auch zu Problemen kommt. Krokodile gibt es natürlich auch nur bis Assuan. Viele Kulturgüter mussten umgesetzt werden bzw. wurden einfach überschwemmt...

Naja, die Russen haben dort auch gleich ein fettes Denkmal hingebaut. Dafür hatten sie Geld, für den Bau einer Schleuse aber nicht... Sehr toll!

Ich muss dazu sagen, dass unsere Staudämme in Österreich da teils wirklich beeindruckender sind. Z.B. eben der von uns in Malta besuchte.

Ägypten produziert jedoch sehr viel Strom, sie haben zwar kein sicheres Stromnetz, aber dafür viel zu Verfügung. U.a. hat Ägypten sogar ein kleines AKW.

Am 5. Tag (Di) wurden in Kairo die Hauptattraktionen besichtigt: Die Pyramiden von Gizeh (Betonung auf das "i") - eines der 7 Weltwunder der Antike - und die Sphinx, sowie die Stufenpyramide. Dazu sind wir auch wieder bissi früher aufgestanden weil unser lieber Laurenz unbedingt in die Cheops Pyramide (die größte, s.u.) krabbeln wollte. Davon gibt es pro Tag nur 100 Tickets.

Wir sind natürlich da rein gekrabbelt, war ziemlich eng und stickig und niedrig. Also nix für Leute mit Klaustrophobie.

Hier unten sieht man also die 3 Pyramiden: Die große Cheops Pyramide, die Chephren Pyramide und die von Mykerinos. Lustig ist, dass die Pyramide von Chephren (Sohn von Cheops) zwar eigentlich kleiner ist aber höher liegt und somit größer aussieht als die von dessen Vater.

Die Pyramiden wurden etwa 2600-2500 v. Christus gebaut. Sie sind genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet sodass der Eingang immer zur Nordseite zeigt. Total beeindruckend, dass die ohne Kompass, dass 100%ig genau ausrichten haben können!!! Wahnsinn!!! Die Pyramide ist innen so verschachtelt, dass man sich immer noch nicht sicher ist ob man tatsächlich schon alles gefunden hat...

Der Anfang vom Gang der Cheops Pyramide ist noch der, den die Grabräuber gegraben haben. Der Rest ist schon von den offiziellen Grabungen.


Die Studiosus Reisegruppe minus Frau Lex.

Unterhalb der Pyramiden steht die große Sphinx von Gizeh. Der Körper ist der eines Löwen und der Kopf der eines Menschen. Angeblich soll die Sphinx die Pyramiden bewachen. Wie alle wissen, fehlt ihr die Nase. Diese wurde nicht - wie vermutet wurde - von Soldaten Napoleons abgeschossen. Aber irgendwie auch beeindruckend zu wissen, dass man hier auf über 4000 Jahre Geschichte schaut und dabei auch noch in den Fußstapfen von z.B. Napoleon steht. Für mich ein sehr denkwürdiger Ort.

Die Dimensionen sind hier im nächsten Bild ganz nett zu sehen: Laurenz vor der Sphinx bzw. eigentlich dem Sphinx. Noch etwas interessantes: Den Bart der Sphinx haben die Briten in England, der wäre aber notwendig, damit der Kopf der Sphinx besser gestützt wird (hier haben sie Angst, dass er bald abfällt). Naja, Ägypten hat den Bart zurück gefordert damit sie ihn ankleben können. Aber die Briten wollten ihn den Ägyptern nur leihen, damit konnten sie aber nix anfangen - weil sie wollten ihn ja für immer als fixe Stütze verwenden...

So, das war mal Teil II. Mal schauen, wann ich zu Teil III komme ;-)

12. November 2011

Ägyptenurlaub Teil I - Nilkreuzfahrt

Ägypten, ein Land am Scheideweg! Am 03.11 ging es also auf in das Land der Pharaonen. Zuerst Früh-Flug nach Kairo. Dort 5 Stunden warten bis es weiter nach Luxor ging. Nach einer einstündigen Verspätung, einer Stunde Zeitunterschied und eine mehr als nur holprigen Landung (eine Tragfläche war beim Aufsetzen dem Boden gefährlich nahe!) kamen wir gegen 23:00 schließlich in Luxor an wo uns unser Studiosus-Gruppenreiseführer Adel bereits erwartete. Transfer vom Flughafen zu unserem schwimmenden Hotel, der MS La Traviata, verlief problemlos... Eindrücke vom tollen Schiff später.

Am ersten Tag (Fr) in Luxor ging es bereits zeitig los. Zuerst wurden die beiden Memnonkolosse in Theben-West vor den Toren des Tales der Könige besichtigt. Unglaublich wenn man weiß, dass hier Unmengen von solchen Schätzen vergraben waren im Nil-Schlamm. Diese beiden Statuen wurden 1300 v. Christus errichtet und zeigen König = Pharao Amenophis III.

Danach ging es weiter in das Tal der Könige. Dort, in den Hügeln, wurden die Herrscher des Neuen Reiches begraben. Leider war dort fotografieren verboten. Bislang hat man hier 62 Gräber gefunden - wobei unser Reiseleiter Adel uns erklärt hat, das man vor kurzem auf ein 63. Grab gestoßen sei. Das bis jetzt letzte offiziell gefundene Grab ist das von Tutanchamun - des jungen Pharaos. Es wurde von Howard Carter 1922 entdeckt nachdem er 6 Jahre damit verbracht hatte es zu suchen - alle dachten da schon dass dieser Carter verrückt wäre. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, wir haben uns in der Schule damals mit der Schmidtmayer (schreibt man die so?) einen Film über die Entdeckung des Grabes angesehen.

Das Grab des Tutanchamun (~1330 vor Christus, 18. Dynastie) war jedenfalls auch das einzige in dem noch Grabbeigaben, also Schätze, gefunden wurde. Diese sind heute im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt (haben wir auch besichtigt). Alle anderen Gräber wurden von Grabräubern geplündert. Der Pharao kam angeblich mit bereits 9 Jahren an die Macht und wurde nur 18 Jahre alt. Deshalb ist sein Grab auch das kleinste, da man nicht genug Zeit hatte weiter zu bauen.

Mit unserem Eintrittsticket konnte man sich 3 Gräber der oben erwähnten 62 entdeckten ansehen. Eines davon, das tief in den Boden geht, war auch noch wirklich schön dekoriert. Hier waren auch noch die Farben zu erkennen. Wirklich sehr beeindruckend! Achja, die einzige Mumie (also mumifizierter Pharao) die noch wirklich in ihrem Sarkophag liegt ist übrigens die von Tutanchamun.

Danach ging es weiter zum Karnak Tempel in Luxor bzw. zu den Karnak-Tempeln (weil ganze Tempelanlage), wo wir im Hintergrund den Klängen des Muezzin lauschen durften. Bei den Moslems ist nämlich der Freitag der Festtag (so wie bei den Juden der Sabbath), wo zu Mittag eine ganze Stunde gebetet wird. Der Tempel war dem Gott Amun-Re gewidmet, also der Vereinigung von Amun (Wind- und Fruchtbarkeitsgott) und Re (Sonnengott). Amun-Re wurde von Theben zum Lokalgott und dann sogar zum Reichsgott erhoben. Die ältesten Teile der Tempel wurden bereits 2000 v.C. errichtet! In dem Tempel hat der Oberpriester oder der Pharao die jeweiligen Handlungen durchgeführt (Opferdarbietungen, Gebete & Gesänge). Mehr dazu siehe auch auf Wikipedia ;-)

Hier eine widderköpfige Sphinx. Von denen gab es eine ganze Allee voll vor dem ersten Pylon und der Säulenhalle. Unter der Sphinx ist ein Abbild des Königs Ramses II. Quasi die Phinx, die den Pharao beschützt.

Säulenhalle.

Dann ging es zurück auf das Schiff. Von dem aus sah man Frauen, die ihre Kleidung im Nil waschen und viele unvollständige Häuser - wie überhaupt überall in Ägypten. Viele Häuser haben kein Dach, weil es regnet dort auch nur ca. 4x im Jahr!!!

Ist halt total heftig, weil rund um den Nil ist ein Grünstrich wo halt etwas angebaut werden kann und sonst gibt es nur noch Wüste bis halt auf die Großstädte! Wahnsinn...

Schiffsdeck
Verkauf an Bord. Das war voll witzig, weil an unser Schiff haben sich da auf der Seite immer so kleine Booterl mit Verkäufern angehängt. Der Verkauf fand dann - wie man sieht (weißes Sackerl im Flug) - auch trotz des Höhenunterschieds statt. Die Verkäufern haben einfach ihre Ware hoch geworfen und sofern man diese wollte, hat man Geld runter fallen lassen :-)

Sonnenuntergang am Nil

Tag 2 (bzw. 3 wenn man den Flugtag nicht mitzählt). Über Nacht sind wir von Luxor nach Edfu gefahren, ca. 100km. In der Früh: Besuch des Horus Tempels in Edfu. Anfahrt mit einer traditionellen Pferdekutsche.

Für mich war der Tempel in Edfu fast am Beeindruckendsten von allen Bauwerken, die wir in Ägypten so gesehen haben. Von dem Tempel ist noch sehr viel erhalten. Liegt daran, dass dieser erst unter den Ptolemäern entstanden ist. Dadurch sind auch schon viele griechische Einflüsse zu erkennen: Säulen mit Kapitellen, dieser Rundgang, etc.

Hier ist der Pylon zu sehen, also das doppeltürmige Eingangsportal. Auf dem sind einerseits der Pharao zu sehen, wie er Gefangene nieder schlägt und andererseits der Gott Horus sowie dessen Frau Hathor (nahm die Kuhgestalt an, deshalb die Hörndl am Kopf). Horus ist einigen vlt. bekannt durch das "Horus Auge" (stammt von der Kampf-Geschichte zwischen Seth und Horus wo der Seth dem Horus ein Auge ausgestochen hat und die Mutter Isis es wieder geheilt hat).

Nach den Vor- und Säulenhallen kommt man zum "Allerheiligsten", dem Schrein. Dieser Raum war durch eine Tür versperrt, nur der Oberpriester durfte da rein. Symbolisch wurde hier die Statue des Gottes Horus sanft heraus gehoben und gewaschen. Außerdem wurden ihm hier die Opfergaben bereit gestellt. Von außen haben die anderen Priester mit Gesang das ganze untermalt. Heißt, die müssen tw. wirklich gedacht haben, dass da drinnen der Gott wohnt!!!

Hier mal eine kleine Collage von Tier-Hieroglyphen. Mir gefällt das Kamel und der Schakal ganz gut. Hieroglyphen waren ja die heiligen ägyptischen Schriftzeichen. Es gab selbstverständlich nicht nur Tierchen - eigentlich wurden durch diese Bildzeichen kleine Geschichten erzählt. Tw. richtige Zeremonien (Pharao weihe, Opferdarbietungen), tw. auch einfache Handlungen (fischen am Nil)...



Rückfahrt wieder mit der Kutsche. Diesmal hat Laurenz die Zügel.


Zurück am Schiff gab es einen Schiffsrundgang. Hier ist unser Kapitän zu sehen. Der fährt ohne Radar oder sonst etwas, nur nach Gefühl. Der kennt die Strecke schon besser als seine Westentasche und macht den Job schon Jahrzehnte...


Am Abend, ein weiterer Tempelbesuch: Der Doppeltempel von Kom Ombo für den Krokodilgott Sobek bzw. den dem Himmelsgott Horus. Eigentlich wurden hier um diese beiden Hauptgötter auch noch je zwei weitere "Nebengötter" verehrt (somit zwei Triaden). Nachdem der Tempel so nahe zum Nil liegt, wurde er schon stark beschädigt...

Man fand hier übrigens auch mumifizierte Tiere, wie Krokodile. Ganz hinten gibt es dann die 2 heiligen Räume. Zwischen denen ist ein kleiner Gang zu finden. Einmal, soll sich Alexander der Große (der ja auch zum Pharao gekrönt wurde) in einem der beiden heiligen Räume befunden haben und dann soll der Gott selbst zu ihm gesprochen haben. Dabei glaubt man, dass sich hier ein Orakel (Oberpriester) in den Gang begeben hat und ihm durch die Wand etwas zugeflüstert hat. Recht praktisch, da konnten die Oberpriester den Königen was einreden...

Hier ist das Nilometer zu sehen. Anhand des Nilpegels hier drinnen wurden Steuern eingehoben. Unterschritt der Pegel einen gewissen Wert, so wurden etwa Opfergaben an die Einwohner retourniert - das nenne ich mal faires Steuerzahlen!

Hier wird gerade der Pharao von den beiden Göttern Horus (Hauptgott) und Thot (Gott der Weisheit) mit ewigem Leben (Ankh "Schlüssel") und ich glaube Macht oder Weisheit überschüttet.

Dann gab es auch noch eine Schlange anzufassen.

An Bord gab es dann lecker lecker Falafel zum Abendessen *jaaaaaaaaaaaaaaammi* Generell war das Essen an Bord sehr toll! Ich war wirklich positiv überrascht von der arabischen Küche! Die ganzen Gemüse-Vorspeisen, das Falafel sowie das Fladenbrot waren super...

Und danach ging es auf die Galabia Party, das sind die traditionell ägyptischen Kleider. Sieht doch toll aus, oder? ;-)

Von uns in den verschiedensten Posen bei der Party gibt es auch noch professionell gemachte Fotos, die wir erstanden haben. Sehen ganz witzig aus, hab ich aber nicht gescannt..

Soviel mal im Teil I - da habt ihr erstmal eh genug zu lesen. Teil II folgt in den nächsten Tagen (evt.morgen)!