Am ersten Tag (Fr) in Luxor ging es bereits zeitig los. Zuerst wurden die beiden Memnonkolosse in Theben-West vor den Toren des Tales der Könige besichtigt. Unglaublich wenn man weiß, dass hier Unmengen von solchen Schätzen vergraben waren im Nil-Schlamm. Diese beiden Statuen wurden 1300 v. Christus errichtet und zeigen König = Pharao Amenophis III.
Danach ging es weiter in das Tal der Könige. Dort, in den Hügeln, wurden die Herrscher des Neuen Reiches begraben. Leider war dort fotografieren verboten. Bislang hat man hier 62 Gräber gefunden - wobei unser Reiseleiter Adel uns erklärt hat, das man vor kurzem auf ein 63. Grab gestoßen sei. Das bis jetzt letzte offiziell gefundene Grab ist das von Tutanchamun - des jungen Pharaos. Es wurde von Howard Carter 1922 entdeckt nachdem er 6 Jahre damit verbracht hatte es zu suchen - alle dachten da schon dass dieser Carter verrückt wäre. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, wir haben uns in der Schule damals mit der Schmidtmayer (schreibt man die so?) einen Film über die Entdeckung des Grabes angesehen.Das Grab des Tutanchamun (~1330 vor Christus, 18. Dynastie) war jedenfalls auch das einzige in dem noch Grabbeigaben, also Schätze, gefunden wurde. Diese sind heute im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt (haben wir auch besichtigt). Alle anderen Gräber wurden von Grabräubern geplündert. Der Pharao kam angeblich mit bereits 9 Jahren an die Macht und wurde nur 18 Jahre alt. Deshalb ist sein Grab auch das kleinste, da man nicht genug Zeit hatte weiter zu bauen.
Mit unserem Eintrittsticket konnte man sich 3 Gräber der oben erwähnten 62 entdeckten ansehen. Eines davon, das tief in den Boden geht, war auch noch wirklich schön dekoriert. Hier waren auch noch die Farben zu erkennen. Wirklich sehr beeindruckend! Achja, die einzige Mumie (also mumifizierter Pharao) die noch wirklich in ihrem Sarkophag liegt ist übrigens die von Tutanchamun.
Danach ging es weiter zum Karnak Tempel in Luxor bzw. zu den Karnak-Tempeln (weil ganze Tempelanlage), wo wir im Hintergrund den Klängen des Muezzin lauschen durften. Bei den Moslems ist nämlich der Freitag der Festtag (so wie bei den Juden der Sabbath), wo zu Mittag eine ganze Stunde gebetet wird. Der Tempel war dem Gott Amun-Re gewidmet, also der Vereinigung von Amun (Wind- und Fruchtbarkeitsgott) und Re (Sonnengott). Amun-Re wurde von Theben zum Lokalgott und dann sogar zum Reichsgott erhoben. Die ältesten Teile der Tempel wurden bereits 2000 v.C. errichtet! In dem Tempel hat der Oberpriester oder der Pharao die jeweiligen Handlungen durchgeführt (Opferdarbietungen, Gebete & Gesänge). Mehr dazu siehe auch auf Wikipedia ;-)
Hier eine widderköpfige Sphinx. Von denen gab es eine ganze Allee voll vor dem ersten Pylon und der Säulenhalle. Unter der Sphinx ist ein Abbild des Königs Ramses II. Quasi die Phinx, die den Pharao beschützt.
Säulenhalle.
Dann ging es zurück auf das Schiff. Von dem aus sah man Frauen, die ihre Kleidung im Nil waschen und viele unvollständige Häuser - wie überhaupt überall in Ägypten. Viele Häuser haben kein Dach, weil es regnet dort auch nur ca. 4x im Jahr!!!Ist halt total heftig, weil rund um den Nil ist ein Grünstrich wo halt etwas angebaut werden kann und sonst gibt es nur noch Wüste bis halt auf die Großstädte! Wahnsinn...
Schiffsdeck
Verkauf an Bord. Das war voll witzig, weil an unser Schiff haben sich da auf der Seite immer so kleine Booterl mit Verkäufern angehängt. Der Verkauf fand dann - wie man sieht (weißes Sackerl im Flug) - auch trotz des Höhenunterschieds statt. Die Verkäufern haben einfach ihre Ware hoch geworfen und sofern man diese wollte, hat man Geld runter fallen lassen :-)
Sonnenuntergang am Nil
Tag 2 (bzw. 3 wenn man den Flugtag nicht mitzählt). Über Nacht sind wir von Luxor nach Edfu gefahren, ca. 100km. In der Früh: Besuch des Horus Tempels in Edfu. Anfahrt mit einer traditionellen Pferdekutsche.
Für mich war der Tempel in Edfu fast am Beeindruckendsten von allen Bauwerken, die wir in Ägypten so gesehen haben. Von dem Tempel ist noch sehr viel erhalten. Liegt daran, dass dieser erst unter den Ptolemäern entstanden ist. Dadurch sind auch schon viele griechische Einflüsse zu erkennen: Säulen mit Kapitellen, dieser Rundgang, etc.Hier ist der Pylon zu sehen, also das doppeltürmige Eingangsportal. Auf dem sind einerseits der Pharao zu sehen, wie er Gefangene nieder schlägt und andererseits der Gott Horus sowie dessen Frau Hathor (nahm die Kuhgestalt an, deshalb die Hörndl am Kopf). Horus ist einigen vlt. bekannt durch das "Horus Auge" (stammt von der Kampf-Geschichte zwischen Seth und Horus wo der Seth dem Horus ein Auge ausgestochen hat und die Mutter Isis es wieder geheilt hat).
Nach den Vor- und Säulenhallen kommt man zum "Allerheiligsten", dem Schrein. Dieser Raum war durch eine Tür versperrt, nur der Oberpriester durfte da rein. Symbolisch wurde hier die Statue des Gottes Horus sanft heraus gehoben und gewaschen. Außerdem wurden ihm hier die Opfergaben bereit gestellt. Von außen haben die anderen Priester mit Gesang das ganze untermalt. Heißt, die müssen tw. wirklich gedacht haben, dass da drinnen der Gott wohnt!!!
Hier mal eine kleine Collage von Tier-Hieroglyphen. Mir gefällt das Kamel und der Schakal ganz gut. Hieroglyphen waren ja die heiligen ägyptischen Schriftzeichen. Es gab selbstverständlich nicht nur Tierchen - eigentlich wurden durch diese Bildzeichen kleine Geschichten erzählt. Tw. richtige Zeremonien (Pharao weihe, Opferdarbietungen), tw. auch einfache Handlungen (fischen am Nil)...
Rückfahrt wieder mit der Kutsche. Diesmal hat Laurenz die Zügel.

Zurück am Schiff gab es einen Schiffsrundgang. Hier ist unser Kapitän zu sehen. Der fährt ohne Radar oder sonst etwas, nur nach Gefühl. Der kennt die Strecke schon besser als seine Westentasche und macht den Job schon Jahrzehnte...
Am Abend, ein weiterer Tempelbesuch: Der Doppeltempel von Kom Ombo für den Krokodilgott Sobek bzw. den dem Himmelsgott Horus. Eigentlich wurden hier um diese beiden Hauptgötter auch noch je zwei weitere "Nebengötter" verehrt (somit zwei Triaden). Nachdem der Tempel so nahe zum Nil liegt, wurde er schon stark beschädigt...Man fand hier übrigens auch mumifizierte Tiere, wie Krokodile. Ganz hinten gibt es dann die 2 heiligen Räume. Zwischen denen ist ein kleiner Gang zu finden. Einmal, soll sich Alexander der Große (der ja auch zum Pharao gekrönt wurde) in einem der beiden heiligen Räume befunden haben und dann soll der Gott selbst zu ihm gesprochen haben. Dabei glaubt man, dass sich hier ein Orakel (Oberpriester) in den Gang begeben hat und ihm durch die Wand etwas zugeflüstert hat. Recht praktisch, da konnten die Oberpriester den Königen was einreden...
Hier ist das Nilometer zu sehen. Anhand des Nilpegels hier drinnen wurden Steuern eingehoben. Unterschritt der Pegel einen gewissen Wert, so wurden etwa Opfergaben an die Einwohner retourniert - das nenne ich mal faires Steuerzahlen!
Hier wird gerade der Pharao von den beiden Göttern Horus (Hauptgott) und Thot (Gott der Weisheit) mit ewigem Leben (Ankh "Schlüssel") und ich glaube Macht oder Weisheit überschüttet.
Dann gab es auch noch eine Schlange anzufassen.
An Bord gab es dann lecker lecker Falafel zum Abendessen *jaaaaaaaaaaaaaaammi* Generell war das Essen an Bord sehr toll! Ich war wirklich positiv überrascht von der arabischen Küche! Die ganzen Gemüse-Vorspeisen, das Falafel sowie das Fladenbrot waren super...
Und danach ging es auf die Galabia Party, das sind die traditionell ägyptischen Kleider. Sieht doch toll aus, oder? ;-)
Von uns in den verschiedensten Posen bei der Party gibt es auch noch professionell gemachte Fotos, die wir erstanden haben. Sehen ganz witzig aus, hab ich aber nicht gescannt..Soviel mal im Teil I - da habt ihr erstmal eh genug zu lesen. Teil II folgt in den nächsten Tagen (evt.morgen)!
Hast aber nicht viele Fotos von Dir gepostet.... Böses Hasi!
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